StartGrüne PolitikerWehrpflicht für Frauen geforderte von Spitzenpolitikern der CDU und SPD | Politik

Wehrpflicht für Frauen geforderte von Spitzenpolitikern der CDU und SPD | Politik

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Politiker fordern Wehrpflicht auch für Frauen: Ist die Debatte über die Geschlechtergerechtigkeit in der Bundeswehr gerechtfertigt?

Deutschland redet über eine neue Wehrpflicht – und diese Debatte nimmt nun eine überraschende Wendung. Zwei Spitzenpolitiker aus CDU und SPD finden die Wehrpflicht NUR für junge Männer nicht mehr zeitgemäß und fordern diese auch für Frauen.

Bisher leisten Frauen freiwillig Dienst in der Bundeswehr. Das soll sich ändern, wenn es nach Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) und der Bundestags-Wehrbeauftragten Eva Högl (SPD) geht. Wie in Israel, Norwegen, Schweden und dem nächsten Dänemark sollen auch in Deutschland Männer UND Frauen für die Truppe gemustert werden.

Es wäre nicht mehr zeitgemäß, „nur junge Männer in den Blick zu nehmen“, sagte Wehrbeauftragte Högl in einem Gespräch mit der „Augsburger Allgemeinen“. Bei der gerade wieder aufgenommenen Wehrpflicht-Debatte geht es um neue Konzepte und einen gesamtgesellschaftlichen Ansatz.

Die Debatte über die Wiedereinführung der Wehrpflicht nahm Fahrt auf, seit Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) Anfang Mai in einer Rede an der Washingtoner Johns-Hopkins-Universität sagte: „Ich bin der Überzeugung, dass Deutschland eine Art der Wehrpflicht benötigt.“

Welche genau, ließ der Minister offen. Wie WELT am SONNTAG berichtete, enthält ein Dokument aus seinem Ministerium drei Optionen. Variante drei ist auch in diesem Papier „eine geschlechtsneutrale Wehrpflicht“, der als zweiter Schritt sogar eine „Allgemeine Dienstpflicht“ folgen soll.

Da trifft man sich mit der CDU. „Langfristig muss die Wehrpflicht dann mit der allgemeinen Dienstpflicht auf eine neue Basis gestellt werden“, sagt Daniel Günther.

Deutschland wäre – würde tatsächlich eine allgemeine Wehrpflicht eingeführt – das vierte NATO-Land nach Norwegen, Schweden und Dänemark (ab 2026).

Deutsche Wehrpflicht-Befürworter lieben vor allem mit dem schwedischen Modell, das erst mal auf Freiwilligkeit beruht. Alle 18-Jährigen müssen zwar einen Online-Fragebogen ausfüllen und ua Angaben zu ihrer Gesundheit machen. Nur ein Teil wird aber gemustert und ein noch kleinerer Teil tatsächlich eingezogen. Finden sich nicht genug Freiwillige, lässt dieses Modell aber auch Zwang zu.

Aktuell hat die Bundeswehr rund 180 000 Soldaten. Bis 2031 sollen es wieder 203 000 sein.

Während die CDU bereit für eine neue Wehrpflicht ist, sind die Regierungspartner FDP und Grüne dagegen, überhaupt wieder eine Wehrpflicht einzuführen.

Grünen-Chef Omid Nouripour sagte der Nachrichtenagentur DPA: „Ich glaube nicht, dass die Wehrpflicht gebraucht wird.“ Und auch FDP-Generalsekretär Bijan Djir-Sarai sieht die Wehrpflicht eher als Hindernis, die Bundeswehr zur „modernsten und professionellsten Armee des Kontinents“ zu machen. Wie er WELT am SONNTAG sagte, sei eine Einbindung der 900 000 Reservisten nötig. Auch Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) gab sich bisher nicht als Freund von Wehr- und Dienstpflicht zu erkennen.

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