Die AfD und die „Remigration“: Wie die Partei migrantische Deutsche als Wählerinnen und Wähler gewinnen will
Die AfD versucht, neue Wählergruppen zu gewinnen, indem sie gezielt um die Stimmen von migrantischen Deutschen wirbt. Dies mag auf den ersten Blick überraschend erscheinen, bedenkt man die rassistischen Äußerungen und Kontakte einiger AfD-Kader in rechtsextreme Kreise. Dennoch ist es offensichtlich, dass die AfD das bislang unerschlossene Potenzial der knapp neun Millionen wahlberechtigten Menschen in Deutschland mit familiären Bezügen in anderen Ländern nutzen will.
Es gab bereits Studien, die gezeigt haben, dass bestimmte Gruppen von migrantischen Deutschen, wie zum Beispiel Russlanddeutsche, einen gewissen Zuspruch zur AfD haben. Dies kann möglicherweise auf rassistische Motivationen und das Bild einer ethnisch homogenen Volksgemeinschaft zurückzuführen sein, das die AfD propagiert.
Doch nicht alle Wählerinnen und Wähler mit Migrationshintergrund sind homogen in ihrem Wahlverhalten. Es gibt Unterschiede zwischen den verschiedenen Gruppen, und nicht alle teilen die Ansichten der AfD. Dennoch versucht die Partei, über Tiktok und andere Plattformen gezielt konservative Werte wie Familienzusammenhalt und Arbeitsplatzsicherheit zu betonen, um auch türkeistämmige Wählerinnen und Wähler anzusprechen.
Die Reaktionen in den Kommentarspalten auf solche Botschaften sind gemischt. Einige Nutzerinnen und Nutzer äußern Ängste vor Geflüchteten und sehen in der AfD eine Partei, die ihre Interessen vertritt. Andere hingegen bezeichnen die Partei als rassistisch und haben kein Vertrauen mehr in Politik und Medien.
Es bleibt abzuwarten, ob die Strategie der AfD, auch migrantische Deutsche für sich zu gewinnen, langfristig aufgeht. Es ist jedoch wichtig, dass auch die etablierten Parteien den Dialog mit diesen Wählerinnen und Wählern suchen und ihre Anliegen ernst nehmen, um der Spaltung der Gesellschaft entgegenzuwirken.
