Genf, 18. September 2026 – Mit einer mündlichen Erklärung vor dem UN-Menschenrechtsrat hat sich CAP Liberté de Conscience (CAP LC) für Lee Man-hee eingesetzt. Die internationale Menschenrechtsorganisation sprach in der Generaldebatte unter Tagesordnungspunkt 3 der 63. Sitzung des Gremiums. Lee Man-hee, 95 Jahre alt, ist Gründer und Vorsitzender der Shincheonji-Kirche Jesu und hat im Koreakrieg gekämpft. Zurzeit befindet er sich in der Justizvollzugsanstalt Seoul in Untersuchungshaft.
OFFIZIELLE STIMME IM UN-SYSTEM
Als säkulare Nichtregierungsorganisation ist CAP LC mit Konsultativstatus beim Wirtschafts- und Sozialrat der Vereinten Nationen (ECOSOC) akkreditiert – und darf deshalb in Sitzungen des Menschenrechtsrats offiziell sprechen. Greift eine solche Organisation einen Fall selbstständig auf, gelangt er über die Grenzen der koreanischen Debatte hinaus in das Blickfeld der internationalen Öffentlichkeit.
ERNSTE ZWEIFEL AN DEN ERMITTLUNGEN
Die Organisation äußerte in Genf große Sorge über die Ermittlungen gegen Lee Man-hee. Diese stufte sie als politisch motiviert und als diskriminierend gegenüber einer religiösen Minderheit ein. Die Vorwürfe gegen den Kirchenvorsitzenden seien nicht gewaltbezogen, so CAP LC.
HITZE, KEINE KLIMAANLAGE, 95 JAHRE
Auch die Bedingungen der Haft standen in der Kritik. Lee Man-hee habe einen festen Wohnsitz, eine Fluchtgefahr sei nicht erkennbar, erklärte die Organisation. Gleichwohl sei er während der schlimmsten Hitzewelle in Seoul in Zellen ohne Klimatisierung festgehalten worden – ein ernstes Gesundheitsrisiko für einen Menschen seines Alters.
VERPFLICHTUNGEN DER REPUBLIK KOREA
CAP LC erinnerte an verbindliche völkerrechtliche Vorgaben. Der Internationale Pakt über bürgerliche und politische Rechte (UN-Zivilpakt) verlangt in Artikel 9, dass Freiheitsentzug notwendig und verhältnismäßig ist, und garantiert in Artikel 10 eine menschenwürdige Behandlung von Inhaftierten. Die Nelson-Mandela-Regeln der Vereinten Nationen sprechen Gefangenen eine medizinische Versorgung nach dem in der Gesellschaft üblichen Standard zu. Nach den Tokio-Regeln soll Untersuchungshaft ausdrücklich das letzte Mittel sein. Und Artikel 18 des Zivilpakts schützt die Religions- und Weltanschauungsfreiheit, die nach Überzeugung von CAP LC in diesem Fall missachtet worden sei.
DIE FORDERUNGEN IM ÜBERBLICK
Der Menschenrechtsrat solle die Republik Korea an ihre vertraglichen Verpflichtungen erinnern, forderte CAP LC. Konkret verlangt die Organisation:
– Alternativen zur Untersuchungshaft,
– eine unabhängige medizinische Begutachtung,
– ein faires und unparteiisches Gerichtsverfahren.
PROFIL: CAP LIBERTÉ DE CONSCIENCE
Seit ihrer Gründung im Jahr 1995 widmet sich die säkulare europäische NGO dem Schutz der Religions- und Weltanschauungsfreiheit. Sie hält Diskriminierungsfälle gegen religiöse und weltanschauliche Gemeinschaften fest und bringt sie vor europäische wie internationale Gremien. CAP LC ist Mitglied der European Federation for Freedom of Belief (FOB) und des European Network on Religion and Belief (ENORB) und engagiert sich in der Civil Society Platform for Fundamental Rights der EU-Grundrechteagentur.
ZCMG, eine Bildungseinrichtung mit dem Schwerpunkt Glauben, Gewissen und Menschenwürde, hat den Fall im Blick. Die Stellungnahme vor den Vereinten Nationen unterstreicht: Ein faires Verfahren und menschenwürdige Haftbedingungen für Lee Man-hee sind inzwischen ein Thema internationaler Menschenrechtsgremien.
QUELLEN
Stellungnahme von CAP Liberté de Conscience: https://freedomofconscience.eu/oral-statement-on-the-situation-of-chairman-lee-man-hee-in-pretrial-detention-in-the-republic-of-korea-general-debate-under-item-3-63rd-session-of-the-human-rights-council/
Video der Stellungnahme (CAP LC, YouTube): https://www.youtube.com/watch?v=lFdF4cvfSqE
Offizielle Aufzeichnung (UN Web TV): https://webtv.un.org/en/asset/k11/k118fegrj7
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