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Kritik von DIW-Präsident Fratzscher an Forderungen nach Mehrarbeit in Deutschland

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Debatte um Arbeitszeit: „Quantität nicht gleich Qualität“ – Experten uneinig über Arbeitsstunden

In Deutschland wird aktuell über die Arbeitszeit diskutiert. Marcel Fratzscher, Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), betont, dass trotz einer Veränderung im Familienbild die Anzahl der gearbeiteten Stunden insgesamt gestiegen ist. Er widerspricht der Behauptung, dass die Deutschen „fehlerhaft geworden“ seien.

Fratzscher weist darauf hin, dass die Aufteilung der Arbeitszeit innerhalb von Paaren sich geändert hat, um die gemeinsame Versorgung der Kinder zu ermöglichen. Dadurch arbeiten Männer etwas weniger als früher, während Frauen dafür mehr arbeiten. Dies führt dazu, dass insgesamt mehr Arbeitsstunden geleistet werden, obwohl Personen mit Vollzeitstellen weniger Stunden pro Woche arbeiten als vor 30 Jahren.

Der Ökonom kritisiert die Pläne von Union und FDP, Überstunden steuerlich zu begünstigen. Er argumentiert, dass dies nicht zu mehr Produktivität führen würde. Vielmehr könne eine Verkürzung der Arbeitszeit zu einer Steigerung der Produktivität führen, da motivierte und ausgeruhte Arbeitnehmer effizienter arbeiten.

Das Institut der Deutschen Wirtschaft (IW) hingegen warnt davor, die Arbeitszeit zu verkürzen. Eine Studie zeigt, dass insbesondere junge Menschen in Deutschland weniger arbeiten wollen als noch vor einigen Jahren. Das IW fordert daher Anreize für Mehrarbeit und betont, dass es wichtig sei, die Arbeitszeiten zu verlängern, um den Wohlstand zu erhalten.

Es bleibt abzuwarten, wie die politischen Entscheidungsträger auf diese unterschiedlichen Positionen reagieren werden. Die Debatte um die Arbeitszeit und die Auswirkungen auf die Produktivität und den Wohlstand in Deutschland wird sicherlich weiterhin im Fokus der öffentlichen Diskussion stehen.

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