Winfried Kretschmann fordert Umsteuerung der Grünen nach Europawahl-Fiasko
Nach dem schlechten Abschneiden der Grünen bei der Europawahl hat der Ministerpräsident von Baden-Württemberg, Winfried Kretschmann, seine Partei zu einer Umsteuerung aufgerufen. Er fordert mehr Offenheit für andere Wege im Klimaschutz, eine Begrenzung der irregulären Migration und die alleinige Führungsrolle von Vizekanzler Robert Habeck.
In einem Podcast des Nachrichtenportals „Table Media“ kritisierte Kretschmann die Grünen dafür, die Sorgen der Bevölkerung nicht angemessen im Blick gehabt zu haben. Er betonte, dass die Grünen ihre Ziele in der Umwelt- und Klimapolitik nicht aufgeben wollen, aber flexibler werden müssten. Es sei wichtig, Wege zu einem Ziel vorzugeben, ohne dabei Politik gegen die Mehrheit der Bevölkerung zu machen.
In der Asylpolitik plädiert Kretschmann für mehr Pragmatismus und eine Begrenzung der irregulären Migration. Er betont, dass Abschiebungen von Straftätern nach Afghanistan kein Tabu sein dürfen. Auch in der Flüchtlingspolitik sieht er bei den Grünen „Luft nach oben“.
Für die Bundestagswahl rät Kretschmann den Grünen zu einer klaren Führungsstruktur. Er spricht sich gegen eine Doppelspitze aus und betont, dass in harten Zeiten klar sein müsse, wer der Chef ist – nämlich der Vizekanzler.
Das schlechte Abschneiden der Grünen bei der Europawahl mit Verlusten von 8,6 Prozentpunkten im Vergleich zu 2019 hat gezeigt, dass Handlungsbedarf besteht. Besonders unter jungen Menschen haben die Grünen an Beliebtheit verloren. Es gilt, die Kritik anzunehmen und Veränderungen vorzunehmen, um in Zukunft wieder erfolgreich zu sein.
