Ministerpräsident Kretschmann sieht keine zeitnahe Reduzierung des Flächenverbrauchs im Südwesten
In Baden-Württemberg steht Ministerpräsident Winfried Kretschmann unter Druck, sein Ziel zur Reduzierung des Flächenverbrauchs im Land umzusetzen. Obwohl Grüne und CDU sich dazu im Koalitionsvertrag verpflichtet haben, sieht der Politiker momentan keine realistische Möglichkeit, diese Ziele zeitnah zu erreichen. Die Gründe dafür liegen laut Kretschmann in fehlenden Instrumenten und den aktuellen Krisen, die dringender erscheinen.
Im Koalitionsvertrag hatten sich die Parteien darauf geeinigt, den Flächenverbrauch im Land deutlich zu reduzieren. Konkret wurde vereinbart, maximal 2,5 Hektar pro Tag zu verbrauchen und bis 2035 die „Netto-Null“ anzustreben. Dieses Ziel wurde von einem Bündnis namens „Ländle leben lassen“ unterstützt, welches über 50.000 Unterschriften gesammelt hat, um den Landtag zur Beratung des Volksantrags zu bewegen.
Derzeit werden im Schnitt 4,6 Hektar Fläche pro Tag im Südwesten bebaut, was nach Ansicht von Umweltschützern wie Sylvia Pilarsky-Grosch zu einem Verlust der biologischen Vielfalt führt. Sie betont, dass die notwendigen Instrumente zur Reduzierung des Flächenverbrauchs bereits bekannt sind und nur umgesetzt werden müssen. Dazu gehören unter anderem interkommunale Gewerbeflächenpools, Mindestbebauungsdichten für Wohngebiete und handelbare Flächenkontingente.
Es bleibt abzuwarten, wie die Landesregierung von Baden-Württemberg mit dieser Problematik umgeht und welche Maßnahmen letztendlich ergriffen werden, um das Ziel der „Netto-Null“ beim Flächenverbrauch zu erreichen. Die Forderungen nach einer nachhaltigen Nutzung von Land und Ressourcen werden in Zukunft sicherlich eine immer größere Rolle in der politischen Debatte spielen.
