AfD-Politiker Björn Höcke erntet Kritik für Aussagen zur schulischen Inklusion – „Ideologieprojekt“ oder Menschenrecht?
Der Thüringer AfD-Politiker Björn Höcke hat in einem Sommerinterview des MDR für Aufsehen gesorgt, als er die schulische Inklusion als „Ideologieprojekt“ bezeichnete. Seine Aussagen stießen auf Kritik von Gewerkschaften und Verbänden, die Höcke einen „Tabubruch“ und einen „Angriff auf die Menschenwürde“ vorwarfen.
In dem Interview äußerte sich Höcke negativ über die inklusive Beschulung von Kindern mit Behinderung und bezeichnete sie als Belastungsfaktor im Schulsystem. Diese Aussagen stehen im Kontrast zur UN-Behindertenrechtskonvention, die allen Menschen ein Recht auf gleichberechtigte Teilhabe zusichert.
Verschiedene Vertreter von Verbänden wie die Bundesvereinigung Lebenshilfe und die „Aktion Mensch“ verurteilten Höckes Aussagen scharf und betonten, dass Inklusion ein Menschenrecht ist und keinesfalls ein Ideologieprojekt darstellt. Sie warfen ihm vor, dass seine Haltung menschenfeindlich sei und die Menschenwürde angreife.
Auch der MDR, der Höcke eine Plattform für das Interview bot, sah sich nach der Ausstrahlung mit Kritik konfrontiert. Einige fragten, warum man einer Partei eine Plattform bietet, die vom Verfassungsschutz als rechtsextremistisch eingestuft wird. Der Sender verteidigte sich damit, dass es zum journalistischen Auftrag gehöre, verschiedene Positionen transparent zu machen und einzuordnen.
Es bleibt abzuwarten, wie diese Kontroverse um Höckes Aussagen weitergehen wird und inwiefern Politik und Gesellschaft darauf reagieren werden. Die Diskussion über Inklusion und das Recht auf gleichberechtigte Teilhabe wird sicherlich weiterhin im Fokus stehen.
