Wahlrecht für Jugendliche: Rechtsruck durch Erstwähler?
Jugendliche ab 16 Jahren haben nun in Deutschland die Möglichkeit, an den Europawahlen teilzunehmen. Eine Neuerung, die bisher als fortschrittlicher Schritt angesehen wurde, könnte nach Ansicht der Politikwissenschaftlerin Gabriele Abels dazu führen, dass die Ergebnisse rechtsextremer Parteien, insbesondere der AfD, verbessert werden.
Die jüngeren Wähler werden intensiv von rechten Parteien umworben und die AfD scheint besonders erfolgreich zu sein, wenn es darum geht, junge Menschen zu erreichen. Insbesondere auf Plattformen wie TikTok, wo politische Informationen konsumiert werden, ist die AfD präsent und beliebt.
Der Spitzenkandidat der AfD für die Europawahl, Maximilian Krah, profitiert von seiner Präsenz auf TikTok, obwohl er derzeit Ermittlungen wegen möglicher russischer Zahlungen unterliegt. Die AfD gewinnt auch unter Deutschlands Jugendlichen an Boden, was eine mögliche Verschiebung im Wahlverhalten signalisiert.
Es wird darauf hingewiesen, dass es geschlechtsspezifische Unterschiede bei der Wahlentscheidung gibt, wobei junge Frauen eher zu den Grünen neigen, während junge Männer konservativere oder liberale Parteien bevorzugen. Diese Geschlechterkluft ist besonders bei der AfD zu beobachten.
Es bleibt abzuwarten, wie sich die Stimmabgabe der jungen Wähler Anfang Juni auswirken wird. Andere Parteien müssen aufmerksam sein, um zu verhindern, dass eine junge Generation anfällig für euroskeptische und antidemokratische Agitation wird.
