Dresden: Roter Radweg für 70.000 Euro – Stadt nennt es Verkehrsversuch
In Dresden sorgt ein aktueller Verkehrsversuch für Diskussionen. Ein roter Radweg wurde auf der Straße markiert, inklusive der Umprogrammierung einer Ampel, was insgesamt 70.000 Euro gekostet hat. Das Besondere an dieser Markierung ist jedoch, dass sie nach nur zwei Monaten wieder entfernt werden soll.
Die Stadt nennt dieses Vorgehen einen Verkehrsversuch, um die Verkehrssituation auf dem Blauen Wunder, einer wichtigen Brücke über die Elbe, zu verbessern. Die Brücke verbindet die Stadtteile Loschwitz und Blasewitz, bietet jedoch immer weniger Platz für Autos und Radfahrer. Während Autofahrer im Berufsverkehr schon jetzt im Stau stehen, ist die Benutzung der Fußwege für Radfahrer nicht erlaubt und das Radfahren auf der Straße sehr gefährlich.
Baubürgermeister Stephan Kühn erklärt: „Da die neue Aufteilung des Straßenraums Folgen für alle Verkehrsteilnehmer haben wird, wird sie zunächst im Rahmen eines temporären Verkehrsversuches getestet.“ Bis zum 16. Juni läuft dieser Test mit provisorischen Radspuren, was zu mehr Staus für Autofahrer, aber auch zu sichereren Bedingungen für Radfahrer führt.
Es ist jedoch nicht das erste Mal, dass ein solcher Verkehrsversuch in Dresden scheitert. Sowohl der erste Versuch im September 2023 als auch ein weiterer Termin im Herbst wurden abgebrochen, da es Probleme mit der Informationsbereitstellung und dem Wetter gab. Die Dresdner Verkehrsbetriebe beklagten bereits negative Auswirkungen auf ihre Buslinien, da diese in Stoßzeiten nun länger im Stau stehen.
Die Entscheidung für den aktuellen Verkehrsversuch stößt auch in der Politik auf Kritik. CDU-Stadtrat Steffen Kaden äußerte gegenüber BILD: „Es gibt für den Verkehrsversuch keine Legitimation durch den Stadtrat, das wurde an der Politik vorbei entschieden.“ Angesichts der finanziellen Lage der Stadt Dresden hält er es für unangemessen, so viel Geld für Verkehrsversuche auszugeben.
Der rote Radweg in Dresden ist also nicht nur eine neue Markierung auf der Straße, sondern auch ein Symbol für die kontroversen Diskussionen um die Verkehrspolitik und die Ausgaben der Stadt in Zeiten knapper Kassen. Es bleibt abzuwarten, wie der Verkehrsversuch verläuft und ob die Markierung tatsächlich nach zwei Monaten wieder verschwinden wird.
