„Rechtsaußen in Bayern: Die AfD und ihre Spitzenduos“
Die AfD in Bayern hat bei der Landtagswahl deutliche Zugewinne im Auge. Mit den Spitzenkandidaten Katrin Ebner-Steiner und Martin Böhm schickt die Partei zwei Rechtsaußen in den Wahlkampf. Beide kämen aus dem völkisch-nationalen Lager rund um den rechtsextremen AfD-Politiker Björn Höcke und scheuten sich nicht davor, mit radikalen Äußerungen und hämischen Kommentaren in den Wahlkampf zu ziehen.
Bei der Vorstellung der beiden Spitzenkandidaten machte die Kulisse, in der sie präsentiert wurden, mehr Eindruck als ihr Wahlprogramm – ein nostalgischer Frühstücksraum eines kleinen Münchner Hotels. Das war der improvisierte Ort für die Pressekonferenz, nachdem die Partei wenige Stunden vor dem angesetzten Termin erfahren hatte, dass Parteiveranstaltungen im Parlament nicht erlaubt sind.
Die Wahlkampfauftritte von Ebner-Steiner und Böhm waren geprägt von radikalen Äußerungen und Häme gegenüber der Bundesregierung und dem bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder. Vor allem Ebner-Steiner sagte offen, was sie vom eigenen Wahlprogramm hält: nicht viel. Sie forderte eine entschlossenere Migrationspolitik und ließ ihrer Abneigung gegen Migranten freien Lauf. Böhm zeigte sich in ähnlicher Weise rhetorisch aggressiv. Er bezeichnete die Bundesregierung als „Ampel-Abriss-Truppe“ und kritisierte den bayerischen Ministerpräsidenten scharf.
Beide Kandidaten kommen aus dem radikalen Lager und pflegen enge Beziehungen zu Björn Höcke. Diese Verbindung zum rechten Flügel der Partei spaltete jedoch die bayerische AfD. Beim Parteitag im Mai dieses Jahres erhielt das Spitzenkandidaten-Duo nur wenig mehr als 50 Prozent der Stimmen.
Die AfD hofft, trotz der Uneinigkeit in den eigenen Reihen, bei der Landtagswahl in Bayern mehr zu erreichen als die 10,2 Prozent bei der letzten Wahl. Viel liegt dabei an der Popularität von Katrin Ebner-Steiner in Niederbayern und Martin Böhm in Oberfranken. Sie gelten als Gesichter der bayerischen AfD, auch wenn in der Partei selbst ihre Position umstritten ist.
Wie die Wahlen letztendlich ausgehen, bleibt abzuwarten. Die provokante und radikale Art des Wahlkampfes von Ebner-Steiner und Böhm spiegelt jedoch den kontroversen und aufgewühlten Zustand der bayerischen AfD wider.
