AfD bei Jugendlichen beliebt: Grünen-Politiker fordert Anpassung aller Lehrpläne in Deutschland
Die aktuellen Studienergebnisse zur Beliebtheit der AfD unter Jugendlichen in Deutschland haben für Aufsehen gesorgt. Laut der repräsentativen Studie „Jugend in Deutschland 2024“ bevorzugen 22 Prozent der befragten jungen Menschen im Alter von 14 bis 29 Jahren die AfD als Partei. Dies bedeutet eine Verdopplung innerhalb eines Jahres, da im Vorjahr lediglich 12 Prozent Zustimmung verzeichnet wurden. Im Vergleich dazu sprachen sich 20 Prozent für die Union, 18 Prozent für die Grünen, 12 Prozent für die SPD, 8 Prozent für die FDP und 7 Prozent für die Linken aus.
Angesichts dieser alarmierenden Zahlen mahnt der Grünen-Bundestagsabgeordnete Kai Gehring zur Anpassung der Lehrpläne in den Bundesländern. Er fordert eine Überarbeitung aller 16 Lehrpläne, insbesondere hinsichtlich der Lehre über die Weimarer Republik, die Machtergreifung Hitlers, den Holocaust und die Gräueltaten der NS-Diktatur. Gehring betont die entscheidende Rolle des Bildungssystems bei der Demokratiebildung, dem Geschichtsbewusstsein und der Prävention vor extremistischen Ideologien.
Der Trend- und Zukunftsforscher Tristan Horx ergänzt, dass die steigende Beliebtheit der AfD unter Jugendlichen vor allem auf die Schwäche der etablierten Parteien zurückzuführen sei. Er warnt davor, dass diese Altersgruppe noch sehr lange wählen wird und plädiert für eine gezielte politische Bildung, um sie gegen rechtsextreme und extremistische Parolen zu immunisieren.
Es ist klar, dass die aktuellen Entwicklungen eine ernsthafte Auseinandersetzung mit dem politischen und geschichtlichen Unterricht in Schulen erfordern. Eine neue Ausrichtung der Lehrpläne, die auf Demokratiebildung, Geschichtsbewusstsein und Resilienz abzielt, könnte dazu beitragen, junge Menschen vor antidemokratischen Tendenzen zu schützen und sie für eine aktive und reflektierte Teilnahme an der Gesellschaft zu stärken.
