Amazon bietet hunderte AfD-Fanartikel: Kritik an Normalisierung radikaler Inhalte
Der Online-Versandriese Amazon bietet nicht nur Produkte des täglichen Bedarfs an, sondern auch AfD-Fanartikel. Dies sorgt bei Politik-Experten für großes Unverständnis und Kritik. Eine breite Palette an T-Shirts, Kapuzenpullovern und anderen Merchandising-Artikeln mit AfD-Logo und -Slogans steht zum Verkauf bereit. Diese werden meist über den Amazon-Dienst „Merch on Demand“ gedruckt und versandt. Experten sehen diese Form der Wahlwerbung als äußerst problematisch, insbesondere da die Produktbeschreibungen teils bedenkliche Botschaften enthalten.
Der Politikberater Johannes Hillje bezeichnet die Platzierung von AfD-Fanartikeln bei Amazon als einen Versuch der Normalisierung radikaler Inhalte. Andere Parteien werden bei Amazon nicht mit solchen Fanartikeln vertreten. Produkte mit politischen Botschaften wie „AfD aus Überzeugung“ vermitteln die bekannten Parolen der AfD, die auf extremistischen Positionen basieren. Dies sei gefährlich, da so radikale Inhalte auf einer großen und seriösen Plattform verbreitet werden.
Auch die Verknüpfung zu anderen Produkten wie Reichskriegsflaggen oder Stiefeln mit Stahlkappen ist alarmierend. Es stellt sich die Frage, ob potenzielle Käufer von AfD-Artikeln auch an solchen Produkten interessiert sind. Amazon gibt keine klaren Antworten dazu, wie der Algorithmus funktioniert und wer die Auftraggeber für die Parteienwerbung der AfD sind.
Die Politik-Expertin Ursula Münch äußert sich ebenfalls kritisch zu dieser Art der unauffälligen Parteienwerbung. Sie findet es unverständlich, dass Amazon solche politischen Botschaften bei den angebotenen Produkten zulässt. Es besteht die Gefahr, dass Aussagen extremistischer Kräfte normalisiert werden, wenn sie auf Mainstream-Plattformen wie Amazon auftauchen.
Interessanterweise verschwand ein Anbieter von AfD-Fanartikeln bei Amazon nach einer Presseanfrage plötzlich. Der gesamte Online-Shop war offline und der Kontakt nicht mehr erreichbar. Die AfD selbst gab an, keine Werbemittel über Amazon zu verkaufen und behält sich vor, rechtliche Schritte gegen unerlaubte Nutzung ihres Logos einzuleiten. Politikberater Johannes Hillje vermutet, dass dies der AfD dennoch zugutekommt, da sie indirekt von solchen Fan-Waren profitiert.
Es bleibt abzuwarten, wie Amazon mit diesem Thema in Zukunft umgehen wird und ob weiterhin AfD-Fanartikel über die Plattform verkauft werden. Es zeigt sich jedoch, dass die Verbindung von politischen Botschaften und Merchandising-Artikeln bei einem globalen Unternehmen wie Amazon kritisch betrachtet werden muss.
