DIHK warnt vor drohender Wirtschaftskrise: Lieferkettengesetz auf der Kippe
Die deutsche Wirtschaft steht vor einer möglichen tiefen Krise, warnt der Industrieverband DIHK trotz Großinvestitionen von Konzernen wie Microsoft. Laut einer Befragung von über 27.000 Unternehmen aus allen Branchen und Regionen erwartet die DIHK, dass die deutsche Wirtschaft in diesem Jahr um 0,5 Prozent schrumpft, nach einem Rückgang von 0,3 Prozent im Jahr 2023.
DIHK-Hauptgeschäftsführer Martin Wansleben fordert die Regierung auf, ein beherztes Maßnahmenpaket zur Stärkung des Standorts zu schnüren und das deutsche Lieferkettengesetz auszusetzen. Er betont, dass die schlechte Stimmung der Unternehmen sich verfestigt und dass die Krise da sei. Es müsse sofort gehandelt werden, um die Situation zu verbessern, ohne die Inflation anzuheizen.
Bundeskanzler Olaf Scholz widerspricht den Warnungen und weist auf die angekündigten Großinvestitionen von Unternehmen wie Microsoft hin. Nach Konzernen wie Intel und TSMC kündigte Microsoft an, in Deutschland 3,2 Milliarden Euro in den Ausbau Künstlicher Intelligenz investieren zu wollen. Die geplanten Rechenzentren im Rheinland und im Rhein-Main-Gebiet sollen mit Ökostrom betrieben werden.
Die Oppositions-Parteien bieten unterschiedliche Lösungen für die Stärkung der Wirtschaft an. Die Grünen plädieren für ein über Schulden finanziertes Sondervermögen für Investitionen, während die FDP auf Steuererleichterungen und Bürokratieabbau setzt. Die SPD wird Einschnitte im Sozialbereich verhindern.
Die Bundesregierung wird nächste Woche offiziell ihre Wachstumsprognose für 2024 von 1,3 auf nur noch 0,2 Prozent senken. Finanzminister Christian Lindner (FDP) nannte die neue Prognose „peinlich und in sozialer Hinsicht gefährlich“. Deutschland wird damit wieder in der Schlussgruppe der Industriestaaten landen.
Insgesamt zeigen die aktuellen Entwicklungen, dass die deutsche Wirtschaft vor großen Herausforderungen steht und schnelle und wirksame Maßnahmen erforderlich sind, um die Wirtschaft zu stärken und eine mögliche Krise abzuwenden. Es bleibt abzuwarten, wie die Regierung auf die Prognosen und Forderungen des DIHK reagieren wird und welche konkreten Schritte zur Stärkung der Wirtschaft ergriffen werden.
