Erneuerbare Energien: Weniger Strom trotz mehr Anlagenbau
Die neueste Energie-Statistik ist für viele eine Enttäuschung. Trotz des Neubaus zahlreicher Photovoltaik- und Windenergieanlagen wurde im ersten Halbjahr 2023 weniger Strom aus erneuerbaren Energien erzeugt als im Vorjahr. Dies sorgte besonders bei den Befürwortern der Energiewende für Ernüchterung. Laut Berechnungen des Bundesumweltamtes flossen knapp 136 Terawattstunden aus erneuerbaren Energiequellen – ein Prozent weniger als im Vorjahr.
Die Ursache für diese Entwicklung ist schlicht das Wetter. Die Sonne strahlte weniger und der Wind blies schwächer als im Vorjahr. Trotzdem ist der prozentuale Anteil erneuerbarer Energien am Stromverbrauch gestiegen, was zunächst positiv klingt. Allerdings zeigt sich hier ein Widerspruch, da der Rückgang des Verbrauchs vor allem auf eine sinkende Industrieproduktion zurückzuführen ist, die wiederum ein Merkmal einer Rezession ist. Die steigenden Energiepreise als Folge der Klimapolitik der Bundesregierung tragen ebenfalls zur Rezession bei.
Die Entwicklung bei der „erneuerbaren Wärme“ wird hingegen positiv bewertet, da die aus erneuerbaren Quellen bereitgestellte Wärme im Vergleich zum Vorjahr deutlich gestiegen ist. Jedoch ist auch hier nicht alles positiv, da insbesondere der Einsatz von „fester Biomasse“ zugenommen hat, was von Umweltverbänden kritisiert wird.
Einen positiven Ausblick gibt es dennoch von Wirtschaftsminister Habeck, der darauf beharrt, dass die Bundesregierung ihren Kurs fortsetzen werde. Ziel ist es, dass erneuerbare Energieträger bis 2030 80 Prozent des Bruttostromverbrauchs abdecken. Der Ausbau soll weiter beschleunigt werden, so Habeck.
Die neueste Energie-Statistik zeigt also, dass die Entwicklungen im Bereich erneuerbare Energien einerseits positiv, aber andererseits auch kritisch zu betrachten sind. Es bleibt abzuwarten, ob die angestrebten Ziele erreicht werden können und wie sich die Widersprüche in der Praxis auflösen lassen.
