Rechtsextreme Kritik an Inklusion: Schon heute Realität durch die AfD-Position
Rechtsextreme Äußerungen zu schulischer Inklusion empören – aber ist die AfD-Position nicht schon Realität?
Kürzlich hat der Thüringer AfD-Fraktionsvorsitzende Björn Höcke für Aufregung gesorgt, als er die schulische Inklusion als „Ideologieprojekt“ bezeichnete, von dem das Bildungssystem „befreit“ werden müsse. Diese Aussagen haben zu heftigen Reaktionen geführt, und viele Organisationen und Politiker verurteilen diese Haltung als Angriff auf das Menschenrecht auf inklusive Bildung.
Die Debatte über die AfD-Position zu Inklusion und ihre Konsequenzen ist verständlich, aber der eigentliche Skandal ist, dass die Realität der schulischen Inklusion in Deutschland bereits prekär ist. Während über die Äußerungen von Höcke diskutiert wird, gibt es in Deutschland über 330.000 Schülerinnen und Schüler, die von der Inklusion nur träumen können.
Die Realität ist, dass viele Schülerinnen und Schüler nicht an Regelschulen teilnehmen, sondern an „Förderschulen“ unterrichtet werden, was im Widerspruch zur UNO-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderungen steht. Eine Studie aus dem Jahr 2021 hat gezeigt, dass einige Bundesländer sich vehement gegen die Inklusion wehren und stattdessen die „Förderschulen“ als Teil einer inklusiven Bildungspolitik verkaufen.
Es ist alarmierend, dass diese Ausgrenzung und Diskriminierung von Schülerinnen und Schülern mit Behinderungen nicht nur auf die AfD zurückzuführen ist, sondern auch auf demokratischen Parteien und Regierungen in einigen Bundesländern. Die Ablehnung der Inklusion und die Praxis, Schülerinnen und Schüler in segregierten Bildungseinrichtungen zu unterrichten, sind ein ernstes Problem, das über die politischen Grenzen hinweg besteht.
Es ist wichtig, dass wir uns nicht nur über die Äußerungen von rechtsextremen Politikern aufregen, sondern auch die Realität der schulischen Inklusion in Deutschland kritisch betrachten und nach Lösungen suchen, um das Menschenrecht auf inklusive Bildung zu gewährleisten. Es liegt an uns als Gesellschaft, sicherzustellen, dass alle Kinder und Jugendlichen die gleichen Chancen auf eine inklusive Bildung haben, unabhängig von ihren individuellen Bedürfnissen und Fähigkeiten.
