Nach Angaben der Kirche nahmen mehr als 2.000 Mitglieder vor Ort an dem Gottesdienst teil. Weitere Gläubige im In- und Ausland verfolgten die Feier per Livestream.
Rückblick auf 42 Jahre
Die Kirche verweist darauf, dass ihre Entwicklung unter einfachen Bedingungen begann. Noch bevor ein fester Versammlungsort zur Verfügung stand, fanden Gottesdienste nach ihren Angaben in Bergen und auf freien Flächen statt. Am 14. März 1984 verkündete Vorsitzender Lee Man-hee schließlich die Gründung von Shincheonji.
Im Mittelpunkt der Jubiläumsfeier stand daher nicht nur die Erinnerung an die Entstehungszeit, sondern auch der Dank für Jesus, die Märtyrer und die frühen Glaubenspioniere. Zugleich wurde das Prinzip bekräftigt, den Glauben eng an das biblische Wort zu binden.

Lee Man-hee: Glaube nicht vom Wort zu trennen
In seiner Predigt hob der Vorsitzende Lee Man-hee die zentrale Bedeutung der Schrift hervor. Er sagte: „So wie in Johannes 1,1 steht, dass das Wort selbst Gott ist, kann es keinen Glauben losgelöst vom Wort geben. Lassen Sie uns heute, anlässlich unseres 42. Gründungsjubiläums, unsere Herzen erneut vereinen und nach einem Glauben streben, der selbst vor Gott und den Engeln Anerkennung findet.“
Darüber hinaus verwies Lee auf die Offenbarung. Wörtlich erklärte er: „In Offenbarung 22 heißt es, dass jeder, der etwas zu diesem Buch hinzufügt oder davon wegnimmt, nicht in das Himmelreich eingehen und verflucht wird. Wer wirklich an das Wort Gottes glaubt, muss sich selbst prüfen, ob er der Offenbarung etwas hinzugefügt oder weggenommen hat.“
Frühe Mitglieder beschreiben die Anziehungskraft der Lehre
Besondere Aufmerksamkeit galt während der Feier den Mitgliedern der ersten Generation, die die frühen Jahre der Kirche miterlebt haben. Sie sehen in der religiösen Lehre den entscheidenden Grund für die Entwicklung der Gemeinschaft.
Bak Bok-yeong, 70 Jahre alt und nach Kirchenangaben bereits vor der offiziellen Gründung Teil der Glaubensgemeinschaft, schilderte ihre damalige Erfahrung so: „Es war eine unermessliche Freude, dass mein Durst nach dem Wort endlich gestillt wurde – ich glaubte mit tiefer Dankbarkeit und Freude. Dank der Fülle, die das geoffenbarte Wort brachte, stellten die schwierigen Bedingungen überhaupt kein Hindernis dar.“
Mit Blick auf die heutige Entwicklung ergänzte sie: „Wenn ich heute sehe, wie jedes Jahr Zehntausende von Gläubigen hierher strömen, wird mir bewusst, dass es letztlich die Kraft des Wortes ist, die die Herzen der Menschen bewegt hat. All dies ist der Kraft des Wortes und der Gnade Gottes zu verdanken.“
Auch Jo Myeong-suk, 73, die der Kirche 1992 beitrat, beschrieb ihre Motive für den Anschluss an Shincheonji. Sie sagte: „Während ich für die Gewissheit meiner Rettung betete und den Wunsch hegte, die wahre Bedeutung der Bibel zu verstehen, stieß ich auf die Shincheonji-Kirche Jesu. Die Tiefe, die ich dort fand, befand sich auf einer völlig anderen Ebene, und diese Überzeugung führte zu meinem Beitritt.“
Zum Wachstum über Generationen hinweg erklärte sie: „Damals wie heute scheint es so zu sein, dass Gläubige, die nach dem Wort hungern, ihren Weg hierher finden.“
Zions-Missionszentrum als wichtiger Baustein
Nach Darstellung der Kirche ist die weltweite Verbreitung ihrer Lehre eng mit dem christlichen Zions-Missionszentrum verbunden, der biblischen Bildungseinrichtung von Shincheonji. Seit der ersten Abschlussfeier im Jahr 1991 habe sich das Zentrum zu einem wesentlichen Instrument der Glaubensvermittlung entwickelt.
Besonders hervorgehoben wird dabei das Jahr 2019, in dem nach Kirchenangaben mehr als 100.000 Absolventinnen und Absolventen verzeichnet wurden. Dies sei ein in der Religionsgeschichte beispielloser Wert. Im vergangenen Jahr kamen demnach 59.192 Absolventen des 116. Jahrgangs des christlichen Zions-Missionszentrums in der Kirche in Cheongju zusammen. Ein erheblicher Teil stammte aus dem Ausland, was die internationale Reichweite der Lehre unterstreichen soll.
Internationale Kontakte und Umbenennungen von Kirchen
Über den innerkirchlichen Bereich hinaus verweist Shincheonji auf eine wachsende Zusammenarbeit mit pastoralen Gemeinschaften im In- und Ausland. Dazu zählt die Unterzeichnung von Absichtserklärungen (MOUs) zum Austausch religiöser Lehre sowie von Vereinbarungen (MOAs) zur Umbenennung bestehender Kirchen.
Bis zum vergangenen Jahr wurden laut Kirche in Südkorea 969 MOUs und in 89 weiteren Ländern 14.347 entsprechende Vereinbarungen zum Austausch des Wortes abgeschlossen. Hinzu kommen demnach MOAs, durch die sich in Südkorea 129 Kirchen und weltweit 1.729 Kirchen in 48 Ländern in „Shincheonji-Kirche Jesu“ umbenannt haben.
Verweis auf soziale Hilfsleistungen
Zum Jubiläum stellte die Kirche auch ihr gesellschaftliches Engagement heraus. Während der COVID-19-Pandemie hätten 3.741 Mitglieder Plasma gespendet, um die Entwicklung von Behandlungsmöglichkeiten zu unterstützen. Als Südkorea 2022 mit einem landesweiten Blutmangel konfrontiert gewesen sei, hätten innerhalb von zwei Wochen mehr als 70.000 Mitglieder Blut gespendet.
Darüber hinaus verweist die Religionsgemeinschaft auf Freiwilligeneinsätze in Katastrophengebieten, darunter nach der Ölkatastrophe von Taean, dem Erdbeben in Pohang im Jahr 2017 sowie den Waldbränden in Andong-Uiseong. Hinzu kämen fortlaufende Hilfsangebote für benachteiligte Gruppen, etwa medizinische Unterstützung für ausländische Arbeitskräfte und Essensausgaben für alleinlebende ältere Menschen.
Kirche betont Kontinuität ihrer Ausrichtung
In einer Erklärung zum Jahrestag teilte die Shincheonji-Kirche Jesu mit: „Die vergangenen 42 Jahre waren eine bemerkenswerte Reise, die durch die Hingabe unserer Mitglieder und die unveränderliche Essenz des Wortes Gottes ermöglicht wurde. Auch in Zukunft werden wir unser Möglichstes tun, um den Wert der unerschütterlichen Wahrheit zu verbreiten, verwurzelt in dem Glauben, mit dem wir einst begonnen haben.“
Fotos: Zur Verfügung gestellt von der Shincheonji-Kirche Jesu

Videomaterial: https://youtu.be/FFITiROllsQ
