Parlamentswahl in Pakistan: Unabhängige Kandidaten gewinnen die meisten Sitze
Bei den Parlamentswahlen in Pakistan gab es viele unabhängige Kandidaten, die den inhaftierten Ex-Premierminister Imran Khan unterstützten und die meisten Stimmen gewonnen haben.
Laut der Wahlkommission gewannen die unabhängigen Kandidaten insgesamt 101 von 264 Mandaten. Die PML-N-Partei von Nawaz Sharif gewann 75 Sitze und ist damit die größte Partei im neuen Parlament. Imran Khans PTI-Partei war von der Wahl ausgeschlossen worden, und ihre Kandidaten traten als unabhängige Kandidaten an.
Es wird vermutet, dass eine Koalition zwischen der PML-N und der PPP-Partei gebildet werden könnte, da beide Parteien bereits zuvor zusammen regiert haben. Um eine Mehrheit zu erlangen, sind sie jedoch immer noch auf die Unterstützung kleinerer Parteien angewiesen.
Führende PTI-Politiker behaupten, dass die PTI noch mehr Sitze gewonnen hätte, wenn es nicht zu Wahlbetrug gekommen wäre. Das vorläufige Endergebnis wurde erst mehr als 60 Stunden nach Schließung der Wahllokale am Donnerstag veröffentlicht, was Zweifel an der Auszählung aufkommen ließ. Die Wahlen wurden von Internetsperren und Manipulationsvorwürfen überschattet.
Imran Khan, der ehemalige Cricket-Spieler und beliebte Politiker, sitzt derzeit im Gefängnis. Sein Rivale Nawaz Sharif hat Gespräche mit anderen politischen Kräften angekündigt, um eine Koalition zu bilden.
Der Wahlkampf in Pakistan war von Gewalt, der Inhaftierung Khans und der Behinderung seiner Partei PTI durch das Militär geprägt. Die Regierungsbildung könnte schwierig werden, da Unabhängige einen strukturellen Nachteil haben und 70 Sitze im Parlament nach Parteistärke verteilt werden, wobei die Unabhängigen nicht berücksichtigt werden.
Wenn keine politische Einigung erzielt werden kann, könnte die Armee des Landes einschreiten. Pakistan hat eine lange Geschichte von Unruhen und Instabilität, und das Militär hat in der Vergangenheit oft die politische Führung beeinflusst.
Die bevorstehende Regierung wird mit erheblichen wirtschaftlichen Herausforderungen konfrontiert sein, darunter die Verhandlungen über ein neues Hilfsprogramm mit dem Internationalen Währungsfonds (IWF).
Insgesamt hat das Parlament 336 Abgeordnete, und die Nationalversammlung wird den neuen Premierminister wählen, der die nächste Regierung für fünf Jahre führen wird.
Pakistan, das fünftbevölkerungsreichste Land der Welt, steckt wirtschaftlich in der Krise. Die bevorstehenden politischen Entscheidungen werden daher große Auswirkungen auf die Zukunft des Landes und seiner Bewohner haben.
