Die politische Landschaft links der Mitte: Analyse von Bertram Barth
Der politische Wettlauf vor der Nationalratswahl im Herbst ist in vollem Gange, insbesondere auf der linken Seite des Spektrums. Die traditionelle Einteilung in links und rechts hat dabei ausgedient, stattdessen werden die Wähler nun nach Einkommen, Bildung und Werten in verschiedene Milieus eingeteilt.
In einem aktuellen Artikel der Kleinen Zeitung wird über die Vielfalt der politischen Landschaft links der Mitte berichtet. Hier kämpfen Parteien wie die SPÖ, die Grünen, die KPÖ und die Neos um die Gunst der Wähler. Doch mit dem Auftauchen von Dominik Wlazny und seiner Bierpartei bekommt das linke Spektrum einen neuen Konkurrenten, der vor allem die jungen, besser gebildeten Männer anspricht.
Bertram Barth, Meinungsforscher und Co-Geschäftsführer von Integral, hat die Milieus der Wähler genauer analysiert. So gehören zum klassischen linken Lager Postmaterialisten, progressive Realisten und Hedonisten, die kritisch gegenüber Globalisierung und Kapitalismus sind. Wähler der Bierpartei werden von Barth als lustige, radikale Postmaterialisten und kosmopolitische Lifestyle-Individualisten beschrieben.
Auch die KPÖ mischt im linken Lager mit, vor allem im progressiv-realistischen Milieu und bei der konsumorientierten Basis der abgehängten Unterschicht. Hier sieht Barth einen potenziellen Konkurrenzkampf mit der FPÖ um die Stimmen der sozial abgehängten Wähler.
Auf der anderen Seite bemüht sich die SPÖ unter Andreas Babler, gegensätzliche Wählerpotenziale zusammenzuführen. Doch das gestaltet sich schwierig, da die Partei ihre politische Glaubwürdigkeit in einigen Milieus verloren hat. Dies ermöglicht der KPÖ, bei den kommenden Wahlen Stimmen von der FPÖ zu gewinnen.
Insgesamt stellt Barth fest, dass der politische Wettlauf links der Mitte kontraproduktiv sein könnte, da sich auf der rechten Seite derzeit mehr Wählerinnen und Wähler befinden, die von ÖVP und FPÖ umworben werden. Dennoch ist nichts in Stein gemeißelt und das Wahlverhalten der Mitte könnte letztendlich entscheidend sein.
Es bleibt spannend, wie sich die politische Landschaft bis zur Nationalratswahl im Herbst entwickeln wird und welche Parteien letztendlich erfolgreich sein werden. Der politische Wettstreit links der Mitte wird sicherlich noch für einige Überraschungen sorgen.
