Joachim Gauck äußert Bedenken zur Ukraine-Krise und widerspricht Bundeskanzler Scholz
Der frühere Bundespräsident Joachim Gauck hat kürzlich Bedenken hinsichtlich der deutschen Position zur Ukraine-Krise geäußert. In einem Interview mit dem „Redaktionsnetzwerk Deutschland“ widersprach Gauck Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) und drückte seine Hoffnung aus, dass Deutschland seine Meinung zur Lieferung von Taurus-Marschflugkörpern an die Ukraine noch ändern wird.
Gauck warnte vor übermäßiger Ängstlichkeit und kritisierte den Vorschlag von SPD-Fraktionschef Rolf Mützenich, den Krieg „einzufrieren“. Er betonte, dass eine Kriegsbeteiligung durch die Lieferung von Taurus-Marschflugkörpern nicht gegeben sei und unterstützte die Forderung nach mehr Standhaftigkeit gegenüber den Drohungen Russlands.
Der ehemalige Bundespräsident warnte davor, dass Angst ein Helfer des Aggressors sein könne und betonte die Notwendigkeit, die Freiheit und den Frieden glaubhaft zu verteidigen. Er stimmte Verteidigungsminister Boris Pistorius zu, der forderte, dass Deutschland wieder kriegsfähig werden müsse. Gauck warnte jedoch auch davor, dass kriegsfähig nicht gleichbedeutend mit kriegssicher sei.
Insgesamt appellierte Gauck an Deutschland, einen klaren und standhaften Kurs in Bezug auf die Ukraine-Krise zu verfolgen und warnte davor, den Konflikt „einzufrieren“, da dies die Gefährlichkeit Putins nicht ausreichend wahre. Deutschland müsse bereit sein, seine Verpflichtungen zur Verteidigung der Freiheit wahrzunehmen und dürfe nicht vor den Herausforderungen zurückschrecken.
