„Belgische Parlamentswahlen 2024: Neue Regierungsbildung wird zur Herausforderung“
Die bevorstehenden belgischen Parlamentswahlen werfen bereits ihre Schatten voraus. Die neuesten Umfrageergebnisse des „Grand Baromètre“ oder „Grote Peiling“ deuten darauf hin, dass die Bildung einer neuen föderalen Regierung keine leichte Aufgabe sein wird. Insbesondere das rechtsradikale Vlaams Belang in Flandern führt deutlich vor seiner politischen Konkurrenz.
Eine Überraschung stellen die christlich-demokratischen Parteien beiderseits der Sprachgrenze dar, die sich deutlich erholt haben. Die flämischen Sozialisten (Vooruit) hingegen liegen nur knapp über ihrem Ergebnis von 2019, was teilweise auf den Rücktritt des Ex-Parteichefs Conner Rousseau zurückzuführen ist.
In Wallonien zeigt sich ein anderes Bild, insbesondere die französischsprachige Partei „Les Engagés“ konnte deutlich zulegen. Die Sozialisten (PS) und die flämischen Liberalen (Open VLD) hingegen haben mit Verlusten zu kämpfen.
Es stellt sich die Frage nach möglichen Koalitionen und Regierungsbildungen nach den Wahlen. Eine Neuauflage der „Vivaldi“-Koalition erscheint rechnerisch unwahrscheinlich, daher gibt es Spekulationen über mögliche neue Koalitionspartner wie „Les Engagés“. Die N-VA versucht mit einem Schachzug in Wallonien Fuß zu fassen, was möglicherweise Auswirkungen auf die politische Landschaft haben könnte.
Es bleibt abzuwarten, wie sich die politische Situation in Belgien bis zu den Wahlen entwickeln wird und welche Koalitionen letztendlich gebildet werden. Die Umfrageergebnisse geben einen ersten Einblick, lassen aber noch viel Raum für Spekulationen und Veränderungen in den kommenden Wochen.
