Studie zeigt: Demokratie weltweit in Gefahr
Die Studie der Bertelsmann-Stiftung zeigt alarmierende Entwicklungen: In 137 Entwicklungs- und Schwellenländern hat sich die Qualität der Demokratie in den letzten 20 Jahren verschlechtert. Insgesamt stehen heute 63 Demokratien 74 Autokratien gegenüber. Diese Tendenz spiegelt sich auch in vielen Ländern wider, in denen freie Wahlen und ein funktionierender Rechtsstaat zunehmend in Frage gestellt werden.
Besonders besorgniserregend ist, dass in den letzten zwei Jahren in 25 Ländern die Wahlfreiheit abgenommen hat und in 39 Ländern die Meinungs- und Pressefreiheit eingeschränkt wurde. Die Corona-Pandemie hat diese Entwicklungen noch verschärft, indem Regierungen ihre Macht ausgeweitet und die Freiheitsrechte der Bürger eingeschränkt haben.
Dennoch gibt es auch positive Tendenzen: In den gefestigten Demokratien wächst das Bewusstsein für die zunehmende Autoritarisierung der Welt. Die Menschen und Regierungen sind sensibler geworden für die Herausforderungen, denen Demokratien gegenüberstehen. Auch das zivile Engagement der Bürger spielt eine entscheidende Rolle im Kampf gegen autokratische Tendenzen.
Es ist bemerkenswert, dass autoritäre Regime wie Kambodscha, Venezuela oder Simbabwe in Krisenzeiten nicht erfolgreicher handeln als Demokratien. Die Effektivität von Regierungshandeln ist nicht allein von der Herrschaftsform abhängig, wie das Beispiel Chinas während der Pandemie zeigt.
Die Studie betont auch die Bedeutung des Konsenses in bereits funktionierenden Demokratien, um die breite Zustimmung der Bevölkerung zu gewährleisten. Regierungen müssen daher verstärkt daran arbeiten, einen Ausgleich zwischen verschiedenen Interessengruppen zu schaffen.
Insgesamt verdeutlicht die Studie die Bedeutung von Demokratie und Rechtsstaatlichkeit für eine nachhaltige Entwicklung. Länder wie Südkorea, Costa Rica, Chile, Uruguay und Taiwan zeigen, dass eine stabile Demokratie nicht nur zu einem besseren Lebensstandard führt, sondern auch die Demokratie selbst stärkt. Es liegt an uns allen, die Demokratie zu schützen und weiterzuentwickeln, um eine freie und gerechte Gesellschaft zu erhalten.
