Der Streit um die Lieferung von Taurus-Marschflugkörpern eskaliert: FDP greift Kanzler Scholz und SPD-Fraktionschef Mützenich frontal an
Der Streit um die Lieferung von Taurus-Marschflugkörpern in der Ampelkoalition scheint immer weiter zu eskalieren. Die FDP greift Kanzler Olaf Scholz und SPD-Fraktionschef Rolf Mützenich frontal an und kritisiert ihre Ukraine-Politik scharf. In einer Regierungserklärung sprach FDP-Fraktionsvize Michael Georg Link von einer außenpolitischen Zäsur und stellte die Frage, wie viel die Zeitenwende noch wert sei, wenn Scholz und Mützenich nur minimal der Ukraine helfen.
Die Liberalen wollen Scholz zu einer Lieferung von Taurus-Marschflugkörpern bewegen, da sie davon überzeugt sind, dass diese für die Ukraine wichtig wären. Die Begründung von Scholz, dass für den Einsatz der Taurus-Marschflugkörper Bundeswehrsoldaten benötigt würden, wird von Grünen und FDP als vorgeschoben angesehen.
Auch die Grünen haben Gesprächsbedarf und befürworten die Lieferung von Taurus-Marschflugkörpern an die Ukraine. Obwohl sie die Koalitionslinie im Bundestag unterstützt haben, stehen sie weiterhin zu ihrer Überzeugung. Die FDP zeigt sich deutlich offensiver in ihrer Kritik als die Grünen.
Die Vorsitzende des Verteidigungsausschusses, Marie-Agnes Strack-Zimmermann, forderte Scholz auf, sich zu erklären, warum er bei zwei Sitzungen des Ausschusses zu den Taurus-Marschflugkörpern nicht erschienen ist. Zudem ärgern sich Grüne und FDP über geheime Informationen aus dem Ausschuss, die an die Presse geleakt wurden. Sie vermuten, dass die SPD dafür verantwortlich ist, um eine Lieferung zu verhindern.
Bundeskanzler Scholz betonte die Wichtigkeit der Aufklärung von Geheimnisverrat und forderte, dass dem nachgegangen wird. Der Streit um die Lieferung von Taurus-Marschflugkörpern scheint also noch lange nicht beigelegt zu sein und sorgt weiterhin für Spannungen innerhalb der Koalition.
