Bundeskanzler Scholz kritisiert Putin bei Festakt in Berlin-Brandenburgischer Akademie der Wissenschaften
Am 22. April 2024 fand in der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften ein Festakt statt, bei dem Bundeskanzler Olaf Scholz deutliche Worte zu den aktuellen Geschehnissen in der Ukraine fand. In seiner Rede wies er darauf hin, dass Putins Angriffskrieg gegen die Ukraine im Widerspruch zu den grundlegenden Prinzipien Kants stehe.
Scholz betonte, dass die russischen Angriffe und Verwüstungen in der Ukraine einen Vernichtungswillen offenbarten, der im Europa des 21. Jahrhunderts in seiner Schierenmaßlosigkeit kaum für möglich gehalten worden sei. Er kritisierte zudem Putins Versuch, sich auf Immanuel Kant zu berufen und seine Handlungen zu rechtfertigen.
Der Bundeskanzler zitierte dabei Aussagen Putins aus verschiedenen Jahren, in denen dieser einerseits Kant als Verfechter des Friedens lobte, später jedoch dessen Lehren umdeutete, um die russischen Interessen zu legitimieren. Scholz stellte dem eine klare Deutung Kants entgegen, nach der das Recht auf Selbstverteidigung wesentlich sei und ein wahrer Frieden über bloße Waffenstillstände hinausgehe.
Der Festakt fand aus Anlass des 300. Geburtstags von Immanuel Kant statt, der als einer der bedeutendsten Philosophen der Aufklärung gilt. Kant wurde 1724 in Königsberg (heute Kaliningrad) geboren und verstarb 1804 in seiner Heimatstadt. Die Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften steht in der Tradition der Preußischen Akademie, der auch Kant als Mitglied angehörte.
Es ist wichtig, dass auch in Zeiten politischer Herausforderungen und Konflikte die Werte und Lehren großer Denker wie Kant nicht instrumentalisiert werden, um fragwürdige Handlungen zu rechtfertigen. Bundeskanzler Scholz hat mit seiner Rede die Bedeutung von Aufklärung, Frieden und Selbstbestimmung hervorgehoben und damit ein starkes Zeichen gesetzt.
